| Projekt Hirschkäfer in Lippe
Lebensraum der Hirschkäfer (Lucanus cervus) sind alte Eichen- und Eichemischwälder sowie Buchenwälder mit einem entsprechenden Anteil an Totholz bzw absterbenden Althölzern in wärmebegünstigter Lage. Es werden aber auch alte Parkanlagen, Gärten und Obstplantagen besiedelt.
Früher war der imposante Hirschkäfer in Lippe noch häufiger. Davon zeugt z.B. die Sammlung von Hirschkäfergeweihen des Flurschützen Heinrich Brackhage aus Horn (1864 bis 1927). Warum der Hirschkäfer so selten geworden ist, ist wahrscheinlich ein Komplex verschiedener Ursachen. Ein Grund ist, dass starkes Tot- und Altholz sowie Stubben in unseren Wäldern weniger geworden sind. Die Larve braucht nämlich während ihrer fünf bis acht Jahre dauernden Entwicklungszeit in moderndem Holz ein gleichmäßiges Mikroklima, was sie nur in dickeren anbrüchigen Laubbäumen und Stubben findet.
Der Hirschkäfer ist geschützt und stark gefährdet.
Die Biologische Station hat im Auftrag des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen (LANUV) Waldbereiche auf geeignete Strukturen und Käfer untersucht Gleichzeitig sammelt sie Meldungen zu Hirschkäfervorkommen. Wir freuen uns daher, wenn Sie Hirschkäferfunde bei uns melden unter kontakt@biologischestationlippe.de.
Ein Presseaufruf im Juni 2009 hat zu einer Reihe neuer Fundmeldungen aus der Bevölkerung geführt. So konnte eine aktuelle Verbreitungskarte des Hirschkäfers für den Kreis Lippe erstellt werden. Ein eindeutiger Vorkommensschwerpunkt liegt im Südosten des Kreises, vor allem in Schieder, Siekholz und Umgebung. Ein weiteres Vorkommen liegt in Hohenhausen (Kalletal), von wo immer wieder Nachweise gemeldet wurden. Vereinzelte Nachweise liegen aus dem Extertal, Rischenau, Blomberg und dem Rand der Weseraue im Norden des Kreisgebietes vor. Auffällig ist das offensichtliche Fehlen der Art in der Westhälfte des Kreisgebietes. Allerdings gab es unsichere Meldungen aus Hiddesen.
Verschiedentlich gingen auch Meldungen ein, die einer Prüfung nicht standhielten. So wurden Hirschkäfer-Weibchen mit Nashornkäfern und anderen Arten verwechselt. Bei der vorliegenden Auswertung wurden deshalb Nachweise von Hirschkäfer-Weibchen nur berücksichtigt, wenn Belegfotos vorlagen oder anderweitige Überprüfungen möglich waren. Hirschkäfer-Männchen sind hingegen kaum zu verwechseln.
Allen Meldern sei an dieser Stelle ausdrücklich für ihre Mithilfe gedankt.
Download der Nachweise (PDF, 661 KB)
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